Kanufahren
Ein Sport für MS-Kranke
Die Kanugruppe besteht seit dem Frühjahr 1995. Von Anfang April bis Ende Oktober findet das Training auf dem Leine-Abstiegskanal - ein Verbindungsstück von Leine und Mittellandkanal - statt. Auf diesem ruhigen, landschaftlich schönen Gewässer werden einmal wöchentlich ca. 5 bis 6 km gefahren. Ein Leistungsdruck liegt nicht vor; jeder bestimmt seine persönliche Tagesstrecke. Im Vordergrund steht der soziale Aspekt: für einen Klönschnack bleibt immer Zeit und auch das spätsommerliche Brombeerpflücken von den nur vom Wasser aus erreichbaren Sträuchern, ein Picknick unterwegs oder gegenseitiges Nassspritzen bei starker Hitze stehen genauso im Mittelpunkt wie das Ziel, eine persönlich gute sportliche Leistung zu erbringen. Bei schlechter Verfassung oder fortgeschrittener Erkrankung eines Gruppenmitgliedes kommt ein Zweier-Kajak zum Einsatz, so dass dank gemeinsamen Krafteinsatzes die Tour für alle Beteiligten zu einem schaffbaren und schönen Erlebnis wird.
Als Jahreshöhepunkt machen wir einen Tagesausflug auf einem anderen Gewässer, z. B. auf der Oertze. Dabei nehmen wir uns auch die Zeit für ein ausführliches Picknick zwischendurch.
Jedoch bleibt eines stets Vorraussetzung: der/die MS-Erkrankte muss schwimmen können!!! Zusätzlich können Schwimmwesten eingesetzt werden.
Welche Vorteile bringt der Kanusport den MS-Kranken?
Das Gleichgewicht wird trainiert, die Rumpf- und Armmuskulatur erfährt eine Kräftigung und die aerobe Ausdauer verbessert sich. Somit kann eine allgemeine Leistungsverbesserung erreicht werden. Des weiteren spielt die Links-Rechts-Symmetrie ein Rolle, da beidseitig ein gleichmäßig rhythmischer Krafteinsatz erfolgen muss, um das Boot in der Spur zu halten. Neben anderen positiven Aspekten wie Bewegung an der frischen Luft und dem Naturerlebnis, Stärkung des Selbstvertrauens, zwischenmenschliche Kontakte und intensiver Erfahrungsaustausch können auch generelle gute Seiten des Sports für MS-Kranke wie z.B. Senkung der Infektanfälligkeit, Kontrakturenprophylaxe, Minderung des Osteoporoserisikos und Förderung der zentral-nervösen Regenerationsvorgänge genannt werden.
Im Winter erfolgt das Training im Fitnessraum des Kanu-Club
Limmer. Nach ungefähr 15-minütiger mentaler Warmlaufphase - auch Unterhaltung
genannt - findet ein Erwärmungsprogramm statt. Bei fröhlicher Musik werden im
Sitzen oder Stehen Kurzhanteln geschwungen, Therabänder gedehnt, Tennisbälle
mit den Füßen gerollt. Die folgende halbe Stunde wird dem Gerätetraining
und/oder Mattenprogramm gewidmet. Neben gezielten Übungen für den Kanusport
erhält jeder sein nach individuellen Bedürnissen und Wünschen
zusammengesetztes Programm. Die letzte halbe Stunde dient dem Ausklang bzw.
"Cooling down" mit Dehngymnastik und Tiefenentspannung, wobei die
Traumreisen und Atementspannung ganz oben auf der Wunschliste stehen.
Des weiteren bietet der Verein gemeinsam mit der Kanu-Wandergruppe ein Kenter-
und Sicherheitstraining im Fössebad an.
Für weitere Auskünfte steht Ihnen zur Verfügung:
Antje Steuer
Physiotherapeutin
Trainerin für Kanu-Rennsport und Präventions-Rehabilitationssport
Tel.: 0511 - 4819374
Trainingszeiten: Montags 17:30 Uhr
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