Die Tourenänderung, die wir aufgrund der nassen Nacht
von
Dienstag auf Mittwoch geplant haben, sieht vor, dass wir statt nach
Norwegen (westlich) noch einen größeren Schlenker
nach Osten, in den Västra Silen und von dort in den
Östra Silen machen. Das bedeutet für heute etwas
über 20 Kilometer Paddelstrecke gepaart mit 2 Schleusen und
einem Einkaufsstop in Gustavsfors. Das Wetter hält, was die I
- Phone - Prognose verspricht: strahlend blauer Himmel, keine Wolke am
Himmel, kaum Wind und eine für schwedische
Verhältnisse irre Hitze. Bereits beim morgendlichen Beladen
der Boote komme ich ins Schwitzen, und das obwohl ich bis zu den Knien
im angenehm kühlen Wasser stehe. Der Tag wird entsprechend
anstrengend.
Das kurze Stück auf dem Lelang bis zur Kanaleinfahrt nach
Gustavsfors ist schnell geschafft. Bevor wir schleusen, legen wir mit
breiter Brust am Gästesteg an und machen unsere Boote fest.
Eigentlich ist der Steg für Motorboote gedacht und auf halbem
Weg zum Supermarkt plagen uns erhebliche Zweifel, ob das klug war, als
wir aus der Ferne mit Ansehen wie ein Motorboot direkt neben unseren
Booten anzulegen versucht. Doch offensichtlich hat der
Freizeitkapitän sein Vehikel im Griff, denn wir
können keinerlei Schäden feststellen.
Der Einkauf beschert uns neben den alltäglichen Dingen des
Lebens vor allem 2 besondere Freuden: Zum einen haben wir endlich einen
Block gekauft, um diese Tageseindrücke festzuhalten. Zum
anderen wissen wir nun endlich, dass unsere Nationalmannschaft ihr
morgiges Viertelfinalspiel gegen Argentinien bestreiten wird!

Auf dem neusten Stand was Lebensmittel und Informationen angeht, machen wir uns auf den weiteren Weg. Der Västra Silen präsentiert sich, abgesehen von wenigen in der Ferne fahrenden Motorbooten, menschenleer. In völliger Ruhe, die nur vom Plätschern unserer Paddel unterbrochen wird, gleiten wir über den riesigen See nach Süden. Kurz hinter der Kirche von Värvik, deren weißer Turm mit dem goldenen Kreuz über der kleinen Insel leuchtet, auf der nur die Kirche steht, queren wir den See zur Schleuse nach Krokfors. Die aus Natursteinen gebaute Schleuse überwindet in 2 Stufen die 5 Meter Höhenunterschied zum Östra Silen, dessen Ruf als einer der beliebtesten Seen des Dalslandgebietes unsere Neugier geweckt hat. Schnell stellen wir fest, dass er seinem Ruf gerecht wird, allerdings mit unangenehmen Folgen. Hier wimmelt es nur so von Paddlern! Die ersten 2 Versuche einen Biwakplatz anzusteuern scheitern. Jeder der Plätze ist bereits von mehreren Reisegrüppchen besetzt. Erst im dritten Anlauf finden wir ein brauchbares Plätzchen, und beim Aufbauen der Zelte fahren zahlreiche Paddler mit ähnlichen Sorgen an uns vorbei. Hier ist es uns einfach zu voll!
Immerhin bietet der Platz, wie fast alle Plätze hier,
die
Möglichkeit, die Hitze des Tages bei einem ausgiebigen Bad im
See einfach abzuspülen.
Das anschließende, mit viel Liebe und dem Gaskocher von
unseren Damen zubereitete Abendessen, leitet den Abend ein, den wir mit
den letzten Tropfen Whisky am Lagerfeuer beschließen. Beim
Ins - Zelt - Wanken sind wir wieder einmal vom skandinavischen Sommer
fasziniert. Während auf der einen Seite der Mond hell scheint,
steht auf der anderen Seite die Sonne kurz nach ihrem Untergang schon
wieder zum Aufgehen bereit (1:00 nachts!).
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