| Es war ein würdiger Abschied, den Ina Hertrampf (32) sich selbst bereitet hat. Die Kanupolo-Spielerin vom KC Limmer ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft - doch sie sagt selbst: "Die Weltmeisterschaft in Japan Ende Juli war mein letzter internationaler Auftritt." Und der hat sich noch einmal richtig gelohnt: Mit ihrem Team setzte sich die Sportlerin gegen 14 andere Mannschaften durch und wurde Vize-Weltmeisterin hinter dem Konkurrenten aus England. Als Hertrampf nach dem großen Auftritt in der japanischen Stadt Toyota zum ersten Mal das Klubhaus des KC Limmer betrat, kam sofort Festtagsstimmung auf. Vereinskameraden und Gäste, Mannschaftskolleginnen und Trainer wollten ihre Vorzeige-Athletin bejublen und umarmen. Eine riesige Glückwunschtorte stand im Kühlschrank bereit, und der Wirt wollte eine Runde spendieren. | |
ALLES IM GRIFF: Ina Hertrampf vom KC Limmer hat ihre erfolgreiche Karriere beendet; mit ihrem Klub will sie bei den eutschen Meisterschaften abe noch einmal angreifen und den vierten Titel gewinnen. zur Nieden |
| Doch Hertrampf schob das angebotene Bier resolut zur Seite. "Ich will doch noch ins Wasser", erklärte sie entschuldigend. Im Boot muss Hertrampf einen klaren Kopf bewahren und kräftig trainieren. Denn für sie und ihre Teamkolleginnen vom KC Limmer ist die Saison noch nicht zu Ende. Im September stehen die deutschen Meisterschaften an, bei denen die Hannoveranerinnen in diesem Jahr ihren vierten Titel holen wollen - und Ina Hertrampf ist die wichtigste Spielerin des KC. "Für meine Mannschaft will ich jetzt nochmal alles geben", verspricht sie. Hertrampf hat bereits eine glanzvolle Sportlerkarriere hinter sich: 1999 Europameisterin, 2000 Weltmeisterin, 2001 Vize-Europameisterin, 2002 wieder Weltmeisterin. Für ihren Sport musste die Physiotherapeutin, die in der Südstadt lebt, hart arbeiten. Bis zu sechs Mal in der Woche stieg sie in ihr Kanu und probte: Schnelle Antritte mit dem Paddel, Stopps, Wendungen, Eskimorollen und natürlich Würfe. Kanupolo-Spieler müssen schließlich mit dem Ball eine kleines Tor treffen, das zwei Meter hoch in der Luft hängt. Gar nicht so einfach, wenn man in einem schwankenden Boot auf dem Waser sitzt. Und dann sind da ja auch noch die Gegnerinnen, die nur darauf aus sind, das Boot der Werferin zum Kentern zu bringen. Doch Hertrampf kennt die besten Tricks - sie lässt sich so leicht nicht unter Wasser kriegen. Die Kanutin will es in ihrem Sport nun etwas ruhiger angehen lassen. Lange Zeit hatte das Privatleben hinten anstehen müssen. Jetzt möchte Hertrampf gemeinsam mit ihrem Freund alles nachholen. Ihrer Mannschaft beim KC Limmer will die Sportlerin aber trotzdem noch viele Jahre treu bleiben. Denn im Wasser fühlt sich Hertrampf eben pudelwohl. | ||